Staatsrente freiwillig sichern?

29.07.2016

Nachdem sich Norbert Blüm im Oktober 1997 mit dem legendären Satz „Die Rente ist sicher“ gegen eine Kampagne der Bild-Zeitung über die Risiken der umlagefinanzierten gesetzlichen Rente zur Wehr setzte, wurde das deutsche Rentenversicherungssystem heftig diskutiert.

Stand heute hat der damalige Arbeitsminister Recht behalten, denn kürzlich erfolgten sogar Rentenerhöhungen von historischem Ausmaß – und das quasi vom deutschen Staat, einem Schuldner bester Bonität.

Freiwillige Zahlungen in die gesetzliche Rentenkasse galten in der Vergangenheit als wenig attraktiv, insbesondere weil die Renditen im Vergleich zu privaten Rentenversicherungen, Festanlagen und Aktien nicht mithalten konnten.

Vor allem Beamte und Selbstständige können mit Einmalzahlungen in die Rentenkasse einen wichtigen Beitrag für den konservativen Teil ihrer Altersvorsorge leisten. Dieser Grundstein der Altersvorsorge kann um weitere Bausteine, insbesondere Sachwerte wie zum Beispiel Immobilien, Aktien und Edelmetalle – ergänzt werden.

Ein Blick auf vielfältige Anlegermotive zeigt, dass freiwillige Zahlungen in die Rentenkasse vor allem zu Menschen passt, die

  • konservative Anlegermotive, wie beispielsweise regelmäßig kalkulierbare, lebenslange Zahlungen, verfolgen.
  • eine langanhaltende Null-Zins-Phase und eine niedrige Inflation (bis hin zur Deflation) erwarten – Rentensteigerungen wären selbst in diesem Umfeld nicht gänzlich ausgeschlossen, die Aktien- und Rentenmärkte hingegen würden sich vermutlich schwer tun.
  • der „Institution Staat“ und dem umlagefinanzierten Rentensystem hohes Vertrauen schenken – der Staat zahlt an die „Alten“ und holt das Geld bei den „Jungen“.
  • eine hohe Erwartung an die eigene Lebenszeit stellen – wodurch die gesetzliche Rentenversicherung besonders lohnend ist.
  • sich in fortgeschrittenem Alter befinden und somit die Einmalkosten für alternative Versicherungsprodukte stärker ins Gewicht fallen – wodurch die gesetzliche Rentenkasse lohnender sein kann, als beispielsweise eine Basisrente (Rürup-Versicherung).
  • privat krankenversichert sind, da die gesetzliche Rentenversicherung einen Zuschuss von (i.d.R.) 7,3 Prozent gewährt.
  • ihre Altersvorsorge weniger generationenübergreifend gestalten möchten – da die Weitergabe der Werte mit Ausnahme einer staatlichen Witwen- bzw. Waisenrente nicht möglich ist.

Fazit:

Vor allem ältere, konservative Anleger mit privater Krankenversicherung dürften die Vorzüge von freiwilligen Zahlungen in die gesetzliche Rentenkasse zu schätzen wissen. Ein perfektes Thema für die Honorarberatung der FINANCIAL PLANNING - sprechen Sie uns gerne an.