Robo-Advisor: Welchen Mehrwert bieten digitale Vermögensverwalter?

16.07.2017

Digitalisierung ist ein Megatrend unserer Zeit. Und wenn BMW mit seinem neuen 5er die „Eroberung der digitalen Welt“ beschwört, scheint die Zeit von Emotionen hinter uns zu liegen, in der der Autobauer mit der „schönsten Form der Dynamik“ warb.

Auch in der Bankenlandschaft bereitet man sich weiter auf den digitalen Wandel vor. So genannte Robo-Advisor drängen mit der Zurverfügungstellung von digitalen Finanztechnologien in den Markt. Beim Robo-Advisor wird der traditionelle Finanzberater „digitalisiert“. Den Anlegern werden beispielsweise entgeltliche Anlagestrategien im Rahmen einer Vermögensverwaltung zur Verfügung gestellt.

Dabei wählt sich der Anleger in eines der Robo-Advisor Portale ein, beantwortet Fragen zu seiner Risikobereitschaft, zu seinen Anlagezielen und zu seiner Lebensplanung. Der Robo-Advisor schlägt dann eine oder mehrere Vermögensverwaltungsstrategien vor. Sollte der Anleger dem Angebot zustimmen, wird für ihn ein Depot bei einer Bank eröffnet und los geht`s.

Die Höhe des Entgelts ist je nach Robo-Advisor unterschiedlich. Vergleicht das Angebot unterschiedlicher Robo-Advisor im Bereich der Vermögensverwaltungsdienstleistungen, werden die Preis-und Leistungsunterschiede deutlich. So unterscheiden sich die Preise nicht nur in Abhängigkeit von der Höhe des angelegten Geldbetrags. Vor allem lassen sich die Robo-Advisor das aktive Management bezahlen. Vereinfacht lässt sich feststellen, dass der Preis mit der Komplexität des sogenannten Anlagealgorithmus steigt. Jeder Eingriff bzw. jede Transaktion kostet nämlich Zeit und Geld. Den Aufwand dafür muss der Anleger bezahlen. Während ein Robo-Advisor für eine Vermögensverwaltung in Höhe von 75.000 Euro in eine mehr oder weniger statische, indexnahe Vermögensverwaltung pro Jahr ca. 0,5 Prozent berechnet, sind es bei komplexeren Strategien jährlich ca. 0,75 Prozent. Im Vergleich dazu berechnen klassische Vermögensverwalter ca. 1 Prozent pro Jahr. Diese stellen ihren Anlegern jedoch über das aktive Management hinaus, zusätzlich eine persönliche Betreuungsdienstleistung und eine persönliche Gesprächsatmosphäre zur Verfügung.

In einem für eine aktienorientierte Vermögensverwaltung empfohlenen Anlagezeitraum von zehn Jahren, beträgt die gesamte Gebührenersparnis bei einem Robo-Advisor gegenüber dem klassischen Vermögensverwalter somit zwischen 2,5 bis 5 Prozent. Ob diese Ersparnis in Form einer höheren Nettorendite tatsächlich beim Anleger ankommt oder ob der klassische Vermögensverwalter den Preisaufschlag über eine höhere Rendite kompensieren kann, wird die Zukunft zeigen.

Fazit:
Kundenzufriedenheit geht erfahrungsgemäß nicht alleine über den Preis. Im Bereich der Geldanlage dürften die Anleger auch zukünftig auf die Rendite, den persönlichen Einsatz des Vermögensverwalters und die Zurverfügungstellung von Informationen achten.