Kryptowährungen – Bitcoin & Co.

28.07.2017

Die Meinungen über Kryptowährungen wie den Bitcoin waren schon immer geteilt. Während die einen begeistert von der Idee einer unabhängigen Währung sind, warnen andere vor den Sicherheitsrisiken.

Bitcoins sind eine digitale Währung, deren Idee 2008 vorgestellt wurde. Die Bitcoins werden in komplizierten Rechenprozessen erzeugt, das kostet viel Zeit und Rechenleistung, wodurch eine Inflation verhindert werden soll. Auf Plattformen im Internet werden die Bitcoins gegen klassische Währungen gehandelt. Damit soll ein Geldsystem ermöglicht werden, das unabhängig von Staaten und Banken funktioniert sowie Transaktionen beschleunigt und Kosten minimiert.

Pro Tag werden der Bundesbank zufolge auf der ganzen Welt 350.000 Transaktionen mit dem digitalen Tauschmittel getätigt, verglichen mit 77 Millionen Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen allein in Deutschland. Vor allem die Bitcoins haben sich über die USA hinaus zu beliebten Spekulationsobjekten mit starken Kursschwankungen entwickelt, außerdem zu einer Art Alternativwährung in Ländern mit Kapitalverkehrskontrollen. So ballt sich ein Großteil des Handels in China.

Bitcoin hat die Charakteristik von Geld (Beständigkeit, Portabilität, Übertragbarkeit, Knappheit, Teilbarkeit, und Erkennbarkeit) und basiert auf Eigenschaften der Mathematik anstatt auf physikalischen Eigenschaften (wie Gold oder Silber) oder dem Vertrauen in zentrale Autoritäten (wie bei gesetzlichen Zahlungsmitteln). Auch wenn aufgrund der erhöhten Volatilität zu Hartwährungen die Wertaufbewahrungsfunktion strittig ist, kann Bitcoin als Kryptowährung durchaus eine Zukunft haben in der Form, dass sie mit den bisherigen Hartwährungen koexistiert. Entscheidend für den Erfolg des elektronischen Geldes werden geringe Transaktionskosten, Sicherheit, Regulierung und Akzeptanz sein.

Die Blockchain-Technologie ist die Basis für das Bitcoin-System. Es handelt sich dabei um eine verteilte Datenbank, in der alle Transaktionen vielfach und damit fälschungssicher gespeichert werden.

Der entscheidende Trick liegt darin, dass die Rechenoperationen, die zur Produktion eines Bitcoins nötig sind, von jedem Computer auf der Welt durchgeführt werden können, also auch vom heimischen PC. Das macht das System so sicher. Eine Manipulation der Datenbank fiele sofort auf, da sie von den Kopien im globalen Netzwerk abweichen würde. Das Prinzip gilt als so vielversprechend, dass nicht nur in der Finanzindustrie, sondern sogar in hochsensiblen Bereichen wie dem Gesundheitswesen damit experimentiert wird.

In diesem Jahr kam es dann zu einem regelrechten Hype um Bitcoin und Co. mit enormen Kursexplosionen. Doch angesichts dieser Entwicklung sorgen sich Analysten zunehmend vor einer Übertreibung. Doch laut Experten besteht immerhin keine Gefahr für den breiteren Markt. Weil digitale Währungen bisher nur in einer Art Paralleluniversum existieren, hätte ein Platzen der Blase kaum Auswirkungen auf Börsen, Unternehmen oder ganze Volkswirtschaften.

Die bekanntesten Kryptowährungen neben Bitcoin sind Ethereum (Ether), Ripple, NEM, Litecoin, Dash und IOTA.