Finanzmarktbericht - Rückblick 2015

31.12.2015

Die Weltkonjunktur präsentierte sich im Jahr 2015 mit einem moderaten Wirtschaftswachstum in Höhe von rund 3 Prozent relativ robust. Bei genauerer Betrachtung fallen größere regionale Unterschiede auf.

So litt die globale „Konjunktur-Lokomotive“ China unter anderem an der Stärke der eigenen Währung. Einigen Schwellenländern machten zudem der gefallene Ölpreis und der starke US-Dollar zu schaffen. Das „exportlastige“ Europa profitierte von dieser Entwicklung. Zudem freut sich die USA über die gute Beschäftigungslage und die robuste Konjunktur. Insgesamt verlieren der weltweite Handel und die Industrieaufträge jedoch vorübergehend an Fahrt. Einen Lichtblick stellt unter anderem die Dienstleistungsbranche dar, die sich insbesondere in Deutschland positiv von der Industriebranche abheben kann.

Das Weltwirtschaftswachstum wurde auch in den letzten zwölf Monaten durch verschiedenste Notenbankaktivitäten teuer erkauft – mit deutlichen Auswirkungen auf die weltweite Schuldenlast und das Geldvermögen, welche beide weiter anwuchsen.

Entsprechend wurden die Anlagemärkte auch im Jahr 2015 in großem Umfang von den Notenbanken beeinflusst. Auch geopolitische Ereignisse, wie beispielswiese die Diskussionen um neue Hilfspakete für Griechenland oder den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union, sorgten für ausreichend Gesprächsstoff an den Börsen. Weiter fallende Rohstoffpreise und „Null-Zinsen“ in Europa überraschen jene Investoren, die ein rasches Ende rückläufiger Inflationsraten und steigende Zinsen prognostizierten.

Die US-Notenbank (FED) erklärt die Finanzkrise am 16.12.2015 mit der ersten Zinserhöhung seit zehn Jahren quasi als beendet, während die Europäische Zentralbank (EZB) das Volumen ihres Anleihekaufprogramms nochmals erhöht und die Zinsen auf einem historischen Tief belässt.

Die von uns angeführten bestimmenden Wirtschaftsthemen der letzten beiden Jahre sind relativ konstant geblieben. Wir lagen mit unseren Prognosen im Wesentlichen richtig. Die Kernaussagen lauteten:

  • Kein Inflationsdruck in den etablierten Märkten
  • Kein anlaufender Zinserhöhungszyklus in Europa
  • Mäßige Kreditaufnahme und durchwachsene Wirtschaftsdaten in Europa verlangen nach weiteren stimulierenden Maßnahmen durch die Europäische Zentralbank (EZB)
  • Abwertungspotenzial des Euro gegenüber dem US-Dollar aufgrund von internationalen Wettbewerbsnachteilen Europas gegenüber den USA.