Finanzmarktbericht des FP-Anlageausschusses

08.10.2015

Börsenkorrekturen kommen zumeist überraschend. Die seit April andauernden, wellenförmigen Korrekturen an den globalen Börsen lassen sich vereinfacht damit erklären, dass die Phase überschwänglicher Sicherheit bzw. gleichgeschalteter Marktmeinungen, seit Ende April 2015 von Unsicherheiten überlagert werden.

Mit der jüngsten Entscheidung der US-Notenbank, die Zinsen noch nicht zu erhöhen, bestätigte sich im Grunde unsere Prognose einer globalen Niedrigzinsphase. In China fanden seit dem Jahr 2014 bereits fünf Zinssenkungen statt. Auch die norwegische Notenbank senkte die Zinsen erst kürzlich. Wie in den letzten Jahren, wird es auch in der Zukunft darum gehen, die Märkte mit Liquidität und Investitionskapital zu versorgen. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Notenbanken an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten und die Aktienmärkte mittelfristig wieder Fahrt aufnehmen. Ähnlich wie im Jahr 2014, könnte dieser Entwicklung eine mehrwöchige Konsolidierung voraus gehen. Diese sollte Chancen eröffnen, günstig in Aktien nach zu investieren. Hierfür haben wir in unserer Vermögensverwaltung vorgesorgt und die Aktienpositionen seit August schrittweise reduziert.

Unser FPAM DEPOTSICHERUNGSSYSTEM lieferte also bereits im August erste Signale für eine Reduktion der Aktienquoten. Nach abgeschlossener Konsolidierung, werden wir die Aktienquoten wieder nach oben anpassen.

Währungen:
Der Euro befindet sich zum US-Dollar noch immer in einer in Wellen verlaufenden Abwärtsbewegung und konnte sich bislang nicht nachhaltig aus dem Abwärtstrend befreien. Auf Quartalsbasis ergibt sich eine Seitwärtsentwicklung. Eine Zinserhöhung in den USA würde den Euro tendenziell schwächen. Wir erwarten jedoch eine nachlassende Dynamik des US-Dollars bzw. halten eine Seitwärtsbewegung des Euros für wahrscheinlich.

Aktien:
Die günstigeren Bewertungen von Aktien gegenüber Anleihen in vielen Regionen sprechen langfristig für ein Aktienengagement. In einigen Märkten, wie beispielsweise China, sind es wenige große Unternehmen, die die Bewertungen günstig erscheinen lassen. Mit Investments halten wir uns daher in diesen Märkten zurück und setzen weiterhin auf dividendenstarke Titel in Europa und den USA sowie auf einen Mix aus defensiven Branchen (bspw. Pharmabranche) und Technologiewerten. 

Anleihen:
Im Zuge der „Neubewertung“ von Aktien und Währungen sollten die Anleihen auf Sicht der nächsten drei Monate einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Depots liefern. Die aktuellen Entwicklungen begünstigen den also Anleihesektor als „sicheren Hafen“. Unsere Anleger profitieren von dieser Entwicklung, da wir gemäß unserer Markterwartung langfristig niedriger Zinsen keine Verkürzung der Laufzeiten vorgenommen haben. Hochzinsanleihen (sog. High Yields), die in den letzten Wochen zur Schwäche tendierten, sind in unseren Vermögensverwaltungsstrategien weit unterrepräsentiert.