Finanzmarktbericht des FP-Anlageausschusses

01.07.2015

Positive Konjunkturmeldungen und eine moderat anziehende Inflation in Europa zeigen im zweiten Quartal nicht die erwartet positive Wirkung auf die Finanzmärkte. Zu groß sind die Sorgen um den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone zum Zeitpunkt unserer Anlageausschuss-Sitzung am 19. Juni 2015.

Das Griechenland-Dilemma sorgt vorübergehend für größere Ausschläge sowohl an den Aktien- als auch an den Anleihemärkten. Deutsche Standard-Aktien und zehnjährige Bundesanleihen korrigieren in der Spitze um über zehn Prozent, während sich der US-Aktienmarkt zu neuen Höchstständen aufmacht.

Auch wenn eine Leitzinserhöhung in den USA noch in diesem Jahr wahrscheinlich ist, setzt sich der globale Zinssenkungstrend fort. Jüngst senkten die Notenbanken von China, Australien, Neuseeland und Indien die Leitzinsen – die Anleihekursphantasie in den entsprechenden Regionen hält also weiter an.

Die Weltmärkte werden noch immer von einer international expansiven Notenbankpolitik getragen. Die Unternehmensbilanzen der bedeutendsten westlichen Industrienationen sind so solide wie selten zuvor. Ein globaler Anlagemix ist vor dem Hintergrund möglicher anhaltender geopolitischer Unruhen in Europa empfehlenswert. 

Währungen:
Wie bereits in unserem Jahresausblick 2015 dokumentiert, erwarten wir eine in Wellen verlaufende Euroschwäche zum US-Dollar. Mit zwischenzeitlichen Erholungstendenzen war – wenngleich nicht in dieser Deutlichkeit - zu rechnen.

Aktien:
Noch immer sind es globale Standard-Aktien, die u.a. auch aufgrund von Währungsüberlegungen den ersten Platz in unseren Strategien einnehmen. In Europa ist der deutsche Aktienmarkt weiter am aussichtsreichsten. Osteuropa steht noch immer unter zunehmendem Einfluss geopolitischer Themen. Diesen Markt positionieren wir derzeit nicht, auch wenn die Aktienbewertungen attraktiv sind. Dass sich der US-Aktienmarkt in einer stabilen Verfassung befindet, zeigen neuerliche Höchststände – wir halten an der Gewichtung fest.

Anleihen:
Aufgrund der soliden Unternehmensbilanzen, findet sich in unseren Vermögensverwaltungsstrategien ein gestiegener Anteil an Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen. Wie in den Vorquartalen rechnen wir mit einer besseren Entwicklung des international ausgerichteten Anleiheportfolios gegenüber den heimischen Märkten.