Finanzmarktbericht - BREXIT … und dann?

27.07.2016

Die Finanzmärkte stehen noch immer ganz im Zeichen des EU-Referendums Großbritanniens – wie ist die aktuelle Situation nach dem Nein der Briten zu bewerten.

Da ein Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union für fast alle Investoren überraschend kam, folgten der Nachricht deutliche Kurskorrekturen, insbesondere an den europäischen Aktienbörsen.

Auch an den Devisenmärkten kam es zu hohen Kursausschlägen. Während das britische Pfund regelrecht abstürzte, profitierten die japanische Währung Yen und der Schweizer Franken.

Die als „Ersatzwährung“ etablierten Edelmetalle Gold und Silber scheinen die Konsolidierung der letzten drei bis vier Jahre beendet zu haben und glänzen mit hohen Kursaufschlägen im zweistelligen Prozentbereich.

Obwohl die Notenbanken alles dafür tun, die Währungsturbulenzen mittels Interventionen so gut wie möglich abzufedern, sind diese dennoch zu erkennen.

Sichtbar sind auch neue Rekordtiefs bei den Zinsen. Auch wenn wir nicht dem Lager angehörten, das an einen länger anhaltenden Zinserhöhungszyklus in den USA glaubte, sind wir überrascht, dass die US-Staatsanleihen zwischenzeitlich auf neue historische Zinstiefs gefallen sind. Mehr als eine Leitzinserhöhung in diesem Jahr wäre, vor dem Hintergrund der Diskussionen um den BREXIT und fraglicher Robustheit der US-Wirtschaft, mehr als überraschend.

Für unsere Anleger, die vorrangig in Zinspapiere solider Bonitäten anlegen und ihr Aktienengagement nicht ausschließlich auf europäische Aktien konzentrieren, hatte der BREXIT bisher kaum Auswirkungen - im Gegenteil: Die Kurse deutscher Staats- und Unternehmensanleihen notierten sogar auf Höchstständen. Die Beimischung internationaler Wertpapiere bzw. Währungen stabilisierten die Depots zusätzlich.

Das in unserer Vermögensverwaltung eingesetzte FPAM DEPOTSICHERUNGSSYSTEM hatte im Vorfeld des BREXIT bereits die „Unterinvestition“ von Aktien angezeigt, wodurch die Depotschwankungen in allen fünf Strategien in engen Grenzen verlaufen sind.

Ausblick – Mut zur Besonnenheit

Die wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen des BREXIT sind heute schwer auszumachen. Es wird voraussichtlich bis in den September hinein dauern, bis die wirtschaftlichen Folgen anhand von Datenmaterial zuverlässiger eingeschätzt werden können.

Die Profiteure der Risk-Off-Phase (Flucht in Sicherheit) sind ausgemacht. Jedoch raten wir nicht, neue Höchststände bei Anleihen, Mehrjahreshochs bei Edelmetallen oder bestimmten Währungen dazu zu verwenden, um kurzfristige Anlageentscheidungen daraus abzuleiten oder in diesen Märkten einseitig zu spekulieren. 

Wir raten zur Besonnenheit und zu bewusster Diversifikation. Diese strategische Streuung des Vermögens auf aussichtsreiche Märkte sollte sich auch zukünftig auszahlen.

Die Diskussionen um ein politisches und wirtschaftliches Auseinanderbrechen Europas werden uns vermutlich noch eine ganze Weile begleiten.

Anlegern, die sich in dieser Situation unsicher fühlen und ihre Vermögenswerte überprüfen lassen möchten, laden wir herzlich zu unseren BREXIT-Gesprächen ein.

Kommen Sie gerne wegen Terminanfragen auf uns zu.