Finanzmarktbericht

01.04.2019

Die Zentralbanken lassen die Zügel locker und sorgen für eine deutliche Erholung an den Anleihe- und Aktienmärkten und für veränderte Vorzeichen an den Kapitalmärkten.

Die technische Verfassung der Aktien- und Anleihemärkte hat sich im ersten Quartal verbessert. Der sich hinauszögernde Handelsstreit, die ausstehende Entscheidung um den BREXIT sowie sich eintrübende Wirtschaftsindikatoren verhinderten jedoch im ersten Quartal ein Kaufsignal für den globalen Aktienmarkt.

Die Aussichten auf weniger drastisch ausfallende Zinserhöhungen in den USA und eine Einigung im Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China, beflügelten die Aktienmärkte geradezu in den ersten sechs Wochen des Jahres. Auch die Anleihemärkte profitierten deutlich. Die US-Notenbank (FED) beschloss in ihrer März-Sitzung eine Abkehr von den geplanten Zinserhöhungen im Jahr 2019. Im Jahr 2020 soll maximal eine Zinserhöhung folgen. Bis zum September 2019 plant man außerdem, die Anleiheverkäufe bis auf null zurückzufahren, um dem Markt so weniger Liquidität zu entziehen. Diese Maßnahmen verhalfen zum Quartalsende vor allem den Anleihemärkten, da nun Klarheit über die kurz-  bis mittelfristige Notenbankpolitik besteht. Auch bei den deutschen Anleihen wurden die Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Festhalten an der Nullzinspolitik mit Kursgewinnen gefeiert (Hintergrund: Fallende Zinsen führen in der Regel zu steigenden Anleihekursen, besonders bei langlaufenden Zinspapieren).

Der Richtungswechsel der Zentralbanken war die Reaktion auf die sich mehrheitlich eintrübenden globalen Wirtschaftsindikatoren im ersten Quartal. Die EZB korrigierte die Wachstumserwartungen für Europa in diesem Jahr von 1,7 Prozent auf 1,1 Prozent und die Inflationserwartung von 1,6 Prozent auf 1,2 Prozent. Bei den vielbeachteten Unternehmen des US-Aktienindex S&P 500 wird nur noch ein Gewinnwachstum für 2019 in Höhe von 4,5 Prozent (nach 7,5 Prozent Ende 2018) erwartet und die chinesische Wirtschaft ist so schlecht ins neue Jahr gestartet wie seit 10 Jahren nicht. Die BREXIT-Verhandlungen gehen in eine neue Runde und die Gespräche „zur Beilegung“ des Handelsstreits der USA mit China dauern an. Aus diesen Unsicherheiten heraus folgte, dass die Aktienmärkte zum Quartalsende auf relativ hohem Niveau konsolidierten.

Die überraschende Abkehr der US-Notenbank von einer strafferen Geldpolitik warf zum Quartalsende zahlreiche Fragen bei den Aktien­investoren auf:

  • Folgen den expansiven Maßnahmen der Zentralbanken expansive Maßnahmen der Unternehmen, beispielsweise durch Investitionen, Personaleinstellungen oder durch eine Höherverschuldung?
  • Hält sich die Stimmung der Konsumenten auf hohem Niveau bzw. sind die Konsumenten bereit, zukünftig höhere Preise zu bezahlen?
  • Welche Auswirkungen haben die andauernden Verhandlungen um den BREXIT und der Handelsstreit der USA mit China auf die globalen Börsen?
  • Weitet sich der Handelsstreit wieder in Richtung Europa aus?

Bis zur Monatsmitte März sah es so aus, als könnte der „US-Börsenmotor“ dem Weltaktienindex MSCI World und dem MSCI Europe dazu verhelfen, schon bald ein Kaufsignal nach dem FPAM Depotsicherungssystem auszulösen. Durch die zum Quartalsende aufkommende Marktskepsis der Investoren, fielen die US-Indizes wieder auf etwas niedrigere Niveaus zurück. Diese Niveaus markieren jedoch gleichzeitig konstruktive technische Unterstützungen. Ein anderes Bild ergibt sich beispielsweise beim Deutschen Aktienindex DAX, der zunächst an technischen Widerständen scheiterte. Aufgrund der aktuellen Marktlage, raten wir weiterhin, die Chancen gezielt zu nutzen und die Risiken bewusst zu steuern.