Finanzmarktbericht

28.11.2018

Der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und anderen Export­ländern beschäftigt die Kapitalmärkte weiter.

Aktienmarkt:

Am stärksten zeigt sich die Gegensätzlichkeit an den Aktienmärkten am Vergleich des US Aktienmarktes zu China. Der US-Index „Dow Jones“ gewann im laufenden Jahr, während der Chinesische Aktienindex „CSI 300“ deutlich nachgab. Und so setzt sich der Trend eines starken, von einzelnen hochkapitalisierten US-Technologiewerten getriebenen US-Aktienmarktes und schwächeren internationalen Aktienmärkten bis auf Weiteres fort. Beruhigend für die Aktienmärkte sollte die Tatsache sein, dass sich die zwischenzeitlich recht hohen Aktienbewertungen in den USA infolge der gestiegenen Kurse nicht weiter erhöht haben, da die Unter­nehmensgewinne parallel anstiegen. Im Vergleich zu den USA sind an den wichtigsten internationalen Aktienmärkten (Europa, Japan, China) deutlich günstigere Bewertungen vorhanden.

Anleihemarkt:

Auch die internationalen Anleihemärkte befinden sich unter dem Einfluss der USA. Dort sind sowohl die kurz- als auch die langfristigen Zinsen im letzten Quartal angestiegen. Das Zinsniveau zehnjähriger US-Anleihen befindet sich in etwa bei 3 Prozent. Die Kurzfristzinsen (2-jährige Anleihen) liegen nur um ca. ¼ Prozent darunter. In Europa liegen die Zinsen noch immer sehr niedrig. Die zehnjährige Bundesanleihe notiert aufgrund der leicht angestiegenen Inflation bei ungefähr 0,35 Prozent. Auf Sicht der nächsten Monate gehen wir weiter von deutlich unterhalb der historischen Mittelwerte liegenden Zinsen in Europa aus. Ein weiterer leichter Zinsanstieg bei den kurzlaufenden US-Anleihen ist zu erwarten.

Devisenmarkt:

Der deutlich gegenüber dem US-Dollar gefallene Euro konnte zwischenzeitlich zulegen, notiert dann aber wieder durch die Sorgen um die politische Lage in Italien schwächer. Der Euro ist damit weiterhin fundamental unterbewertet.

Fazit:

Die durch den Handelskonflikt ausgelösten wirtschaftlichen Verluste halten sich noch in verträglichen Grenzen, da die erhobenen Zölle im Vergleich zur Wirtschaftsleistung der betroffenen Staaten marginal sind. Die globale Wirtschaftsverfassung zeigt sich noch stabil. Vorteile bestehen für die durch Steuergeschenke bedachten US-Unternehmen.

Faire Börsenbewertungen bieten bis zum Jahresende grundsätzlich Potenzial für Kursgewinne. Gegen eine Ausweitung der Aktienengage­ments auf die Maximal-Niveaus spricht aus unserer Sicht noch immer der schwelende Handelskonflikt mit den USA und sich eintrübende Frühindikatoren in Europa und Asien.