Finanzmarktbericht

05.07.2017

Das zurückliegende Quartal geht als eines der schwankungsärmsten in die Börsengeschichte ein. Auch eine weitere Leitzinsanhebung in den USA vermochte es nicht, die Märkte zu beeindrucken. Die Zinspolitik der US-Notenbank (FED) und der Europäischen Zentralbank (EZB) divergieren weiter auseinander. Während der Leitzins in Europa unverändert bei 0 Prozent verharrt, steigen die Leitzinsen in den USA. Die Spanne der Leitzinsen in den USA beträgt seit dem 14. Juni 2017 zwischen 1,0 Prozent und 1,25 Prozent. Bei den langlaufenden zehnjährigen US-Staatsanleihen (Treasury Bonds) finden wir ein umgekehrtes Bild. Von den Zwischenhochs im Dezember 2016 gaben die Renditen um 0,75 Prozent auf 2,16 Prozent nach. Die resultierende Abflachung der Zinsstrukturkurve deutet auf eine abnehmende Zinsdynamik hin. Unterstützt wird dies durch geringere Inflationserwartungen und fallende Rohstoffpreise.

Europa befindet sich im wirtschaftlichen und politischen Aufwind. Zahlreiche Wirtschaftsindikatoren haben sich besser als erwartet entwickelt.  Das  Münchner  ifo-Institut  hob  die  Wachstumsprognose  für Deutschland von 1,5 Prozent auf 1,8 Prozent an. Der Trend zur politischen Isolierung der US-Regierung und der Wahlsieg Emmanuel Macrons zum französischen Präsidenten stärken die europäische Staatengemeinschaft. Dies könnte darüber wegtäuschen, dass weiter an der Bewältigung der Euro-Finanzkrise gearbeitet wird. So muss Italien weitere zwei Banken mit geschätztem Aufwand von bis zu 17 Mrd. Euro verstaatlichen. Es überwiegen jedoch die positiven Vorzeichen in Europa. Das Vertrauen kehrt zurück und stärkt den Euro. Im ersten Halbjahr legte der Euro gegenüber dem US-Dollar um gut 9 Prozent zu.

Insgesamt bleibt der Aktienmarkt, trotz leicht gestiegener Bewertungen, aussichtsreich. Das beste technische und monetäre Grundfundament sehen wir beim deutschen Aktienmarkt, gefolgt vom  gesamteuropäischen Aktienmarkt. In den USA sind die Aktien inzwischen deutlich höher bewertet. Zudem zeigen sich die Märkte enttäuscht von der Wirtschaftspolitik der US-Regierung im ersten Halbjahr 2017. Auch täuschen die Indexentwicklungen der US-Aktienindizes teilweise darüber hinweg, dass der Börsenaufschwung meist von wenigen Einzelaktien getragen wurde. Diesbezüglich besser aufgestellt ist der asiatische Aktienmarkt. Mit relativ günstigen Aktienbewertungen scheint Japan aussichtsreich. Aufgrund abnehmender Inflationsgefahren, schwächte sich der positive Trend beim Gold in den letzten Wochen etwas ab. Der Ölpreis fiel sogar vorübergehend auf ein Sechsmonatstief. Innerhalb des Anleihe-Sektors kommt der internationalen Anlage, wie auch den Unternehmensanleihen, eine weiter steigende Bedeutung zu. Im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen fällt ein attraktives Rendite-Risiko-Verhältnis bei den höher verzinsten US-Treasury Bonds (US-Staatsanleihen) und bei den Schwellenländer-Anleihen auf.

Mit Blick auf die Risiken sei erwähnt, dass das Zusammenwirken von Politik, Zentralbanken und Unternehmen an Intensität weiter zunimmt. Die Gefahr von Schockereignissen an den Anlagemärkten nimmt dadurch ab – ausgeschlossen sind diese jedoch nicht. Unserer Auffassung nach beeinflussen bzw. beleben Schwankungen die Anlagemärkte positiv.