Finanzmarktbericht

05.04.2017

Mit einer weiteren moderaten Leitzinsanhebung um 0,25 Prozent signalisiert die US-Notenbank (FED) am 15. März 2017, dass man sich in den USA - im Gegensatz zu Europa - steigende Zinsen „leisten“ kann.

Ob die FED ihren geldpolitischen Kurs in diesem Jahr fortsetzen kann, wird unter anderem vom Arbeitsmarkt, der wirtschaftlichen Entwicklung und von den Inflationsdaten in den USA abhängen. Es scheint so, als hätte es die FED geschafft, den Börsianern die Angst vor steigenden Zinsen zu nehmen und weiteres Vertrauen zu gewinnen.

Entsprechend positiv war die Entwicklung an den internationalen Aktienbörsen, die mit Ausnahme der russischen Börse (ca. minus 10 Prozent) gut in das neue Jahr starteten. Der US-Dollar legt zum Euro eine „Verschnaufpause“ ein. Hauptgrund ist die Tatsache, dass die Mehrheit der Analysten für das restliche Jahr 2017 zunächst drei anstatt der jüngst für am wahr­scheinlichsten gehaltenen zwei Leitzinsanhebungen erwarten.

In Europa fallen noch immer die positiven Realzinsen (Zinsen > Inflation) in Italien und Portugal auf. Leitzinserhöhungen in Europa würden diese Länder vermutlich in eine neuerliche Krise führen. Umgekehrte Vor­zeichen gelten für Deutschland, wo Nullzinsen und schwacher Euro noch immer wie ein Konjunkturmotor wirken. Zudem trägt der negative Realzins (Zinsen < Inflation) weiter zur Entschuldung des Deutschen Staates bei. Moderate Wirtschafts- und Inflationsdaten auf der einen Seite und bedachte Geldpolitik auf der anderen Seite, könnten die Märkte auch in den nächsten Wochen stützen. Stabilisierend könnten auch die soliden Wirtschaftsdaten aus Asien wirken. Aktuell zeigt die Wirtschaft in allen drei großen Währungsblöcken (USD, Euro, Yen) freundliche Tendenzen.

Selbstverständlich sollte man die Risiken nicht außer Acht lassen. Nicht selten waren es politische Ereignisse, die die Börsen als Anlass nahmen, um eine „gesunde“ Korrektur vorzunehmen. Dass solche Ereignisse jedoch alle Anlageklassen und alle Regionen erreichen, ist unwahrscheinlich. Daher raten wir weiterhin, das Anlagekapital international in aussichtsreiche Segmente zu investieren.

Auch in diesem Quartal positionierte sich unser Anlageausschuss für unsere Mandanten zu den verschiedensten Anlageklassen. Überlegungen zu regionalen und branchenspezifischen Chancen/Risiken sowie Währungsüberlegungen wurden analysiert:

Technisch am besten aufgestellt ist derzeit der Aktien-Sektor. Innerhalb Europas bevorzugen wir noch immer den deutschen Aktienmarkt, der nach wie vor vom tiefen „Europa-Zins“ profitiert. Aufgrund der günstigen Aktienbewertungen in Europa, könnte der heimische Aktienmarkt weiter positiv überraschen. Der US-Aktienmarkt ist höher bewertet und die restriktive Geldpolitik könnte die Aktienmärkte bremsen. Asien nimmt in dieser Hinsicht eine Mittelstellung ein, bleibt aber weiterhin aussichtsreich.

Die weltweit steigende Schuldenlast kommt auch dem Edelmetall Gold zugute. Die „Gold-Währung“ positioniert sich derzeit aussichtsreich im Mittelfeld, wenngleich technische Widerstände zu durchbrechen sind, bevor eine neuerliche Kursdynamik zu erwarten ist.

Innerhalb des Anleihe-Sektors kommt der internationalen Anlage, wie auch den Unternehmensanleihen, eine steigende Bedeutung zu. Bei den mittleren Laufzeiten fällt ein attraktives Rendite-Risiko-Verhältnis bei den zwischenzeitlich höher verzinsten US-Treasury Bonds (US-Staats­anleihen) und bei den Schwellenländer-Anleihen auf.